Kaffee-Guide – der beste Kaffee auf den Philippinen

Ein morgendlicher Kaffee, um die Sinne zu wecken und den Tag zu beginnen,  oder eine heiße Erfrischung, während man die atemberaubende Landschaft im Hochland betrachtet. Kaffee ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Tages geworden, besonders auf Reisen.

Wenn du auf den Philippinen unterwegs bist, solltest du auf Qualitätskaffee achten. Instantkaffee, welcher schon Milchpulver und Zucker enthält, ist hier leider weit verbreitet. Zwar ist das Land noch nicht gleichbedeutend mit einer reichen Kaffeekultur wie in Vietnam, Kolumbien oder Italien, aber die Philippinen haben im 18. bereits angefangen, diversen Kaffee anzubauen.

Dank einer neuen Generation von Unternehmern, steht der vormals eher im Abseits stehende Kaffeeanbau auf den Philippinen, endlich wieder im Rampenlicht.

Ursprünge des Kaffees auf den Philippinen

Mit ihrer abwechslungsreichen Topographie und den reichhaltigen Bodenverhältnissen sind die Philippinen eines der wenigen Länder der Welt, das vier Kaffeesorten produziert: Robusta, Arabica, Excelsa und Liberica. Die regionalen Mikroklimata des Landes beeinflussen auch die Sorten, die in bestimmten Gebieten angebaut werden.

Hier sind einige philippinische Reiseziele, an denen die besten Kaffeebohnen angebaut werden und die du als Kaffeeliebhaber unbedingt in deine Reiseroute aufnehmen solltest:

Kaffee aus Batangas

Die reiche Geschichte der philippinischen Kaffeekultur geht auf das Jahr 1740 zurück, als ein spanischer Franziskanermönch den ersten Kaffeebaum in der Stadt Lipa, Batangas, einführte. Seitdem gilt der Ort als die „Kaffeehauptstadt der Philippinen“.

Er ist vor allem für den Anbau der seltenen Coffea liberica bekannt, die im Land als Kapeng Barako bekannt ist. Letzterer Begriff bedeutet „starker Mann oder Männlichkeit“, da sich diese Kaffeesorte durch einen starken Geschmack und ein scharfes Aroma auszeichnet.

Während Kapeng Barako mit den älteren Generationen in Verbindung gebracht wird, bringt eine neue Welle von Kaffee-Enthusiasten und Coffeeshop-Besitzern seine glorreichen Tage zurück.

Kaffee aus Benguet

Wenn du von einem entspannten Trip träumst, bei dem du in den kühlen Bergen an einem heißen Gebräu nippst, ist eine Reise nach Benguet perfekt für dich. Im majestätischen Hochland der Cordillera-Bergkette in Nord-Luzon gelegen, produzieren das Hochlandklima und die reichen Böden von Benguet den besten Arabica-Kaffee im ganzen Land.

Die Einheimischen bewirtschaften ihre Felder biologisch und ohne den Einsatz von Pestiziden – und produzieren einen Kaffee mit Aromen von Aprikose, Zitronengras und Pomelo, der bei einer nationalen Kaffeekonferenz zum besten Arabica-Kaffee gekürt wurde.

Kaffe aus Sagada

Eine weitere Stadt in den Kordilleren entwickelt sich zur Arabica-Hauptstadt der Philippinen. Sagada mag für seine atemberaubenden Höhlen und hängenden Särge berühmt sein, aber auch der hier angebaute Kaffee wird von den Kaffeeliebhabern des Landes sehr geschätzt.

Der Kaffee aus Sagada zeichnet sich durch seinen bittersüßen Geschmack und seine nussigen Noten aus. Sein Erfolg hängt mit der Kultur der lokalen Bauern und den Gesetzen der Gemeinde zusammen: Sie führen Rituale durch, wie z. B. das Pflanzen nur vor dem Vollmond und verlangen, dass jeder Haushalt einen Kaffeebaum pflanzt.

Kaffee aus Kalinga

Philippinische und internationale Reisende strömen in das Hochland von Kalinga, das noch in den Kordilleren liegt, vor allem aus einem Grund: um sich von Apo Whang-Od, der ältesten Mambabatok (Kalinga Traditional Tattoo Artist) des Landes, tätowieren zu lassen. Aber es gibt auch eine Sache, die Kalinga in die Köpfe aller, die dort waren, tätowiert hat: ihr Kaffee.

Im Volksmund als Kalinga Brew bekannt, wird er ausschließlich aus Robusta-Bohnen hergestellt. In dem Dorf Buscalan, in dem Apo Whang-Od lebt, schwören die Einheimischen auf nur eine richtige Art der Kaffeezubereitung: Das „Kochen“ des Kaffeesatzes in kochendem Wasser mit braunem Zucker.

Kaffee aus dem Sulu-Archipel

Ganz im Süden der Philippinen liegt das Sulu-Archipel mit reichem und fruchtbarem Land, das zur Heimat von Sulu-Robusta-Kaffeeplantagen geworden ist. Dieser einheimische Signature-Kaffee ist bei den Tausug-Völkern als Kahawa Sug bekannt, was „Kaffee der Sulu“ bedeutet, und ist weder zu bitter noch zu sauer.

Er ist ein fester Bestandteil der Lebensweise der Tausug, meist als Beilage zu bangbang (Snacks) oder latil (einheimische Gerichte). Außerdem wird er traditionell mit einer zusätzlichen leeren Tasse serviert, so dass der heiße Kaffee hin und her geschüttet werden kann – sowohl um ihn abzukühlen als auch um seinen Geschmack zu verstärken.

Kaffee aus Sultan Kudarat

Für viele eine Überraschung, produziert die Region Mindanao tatsächlich 70% der jährlichen Kaffeeproduktion der Philippinen. Neben Sulu ist ein weiterer Superstar in der Kaffeeproduktion die Provinz Sultan Kudarat.

Sie entwickelt sich zur nächsten Kaffeehauptstadt des Landes und baut Bohnen in Exportqualität an, sowohl Arabica- als auch Robusta-Sorten.

Kaffee aus Cotabato

Das hochgelegene Terrain der Provinz Cotabato ist ideal für den Anbau von Spitzenkaffee, insbesondere von Arabica-Bohnen. Cotabatos Kaffeeproduktion erlebte ihren Höhepunkt in den 1960er bis 80er Jahren.

Gegenwärtig beleben mehrere soziale Unternehmen wie Coffee for Peace die reiche Produktion der Provinz wieder. Mt. Matutum in Süd-Cotabato ist berühmt für seinen Zibetkaffee. Die Zibetkatzen streifen frei in der üppigen Wildnis umher und ernähren sich von reifen Kaffeekirschen.

Kaffee aus Bukidnon

Bukidnon ist ein Synonym für ausgedehnte Ananas-Plantagen. Aber die breiige Frucht ist nicht die einzige Krönung dieser Provinz im Norden Mindanaos. Wenn man die langen Straßen von Bukidnon entlangfährt, kann man nur staunen über die endlosen sanften Hügel und majestätischen Berge – ein atemberaubendes Hochland, das auch als Anbaugebiet für hochwertigen Kaffee dient.

In der Tat werden hier sowohl spezielle Arabica- als auch Robusta-Kaffees angebaut, die den ersten „Rohkaffee-Qualitäts“-Wettbewerb des Landes gewonnen haben. Benediktinermönche in einem beliebten Kloster hier produzieren auch Kaffee, der als „Monks‘ Blend“ bekannt ist.

Kaffee aus Davao

Die Region Davao hat sich dank ihrer fruchtbaren Böden und des günstigen Klimas den Namen „Fruit Basket of the Philippines“ verdient. Der Kaffee, der hier in Davao angebaut wird, ist ebenfalls von hoher Qualität, mit Sorten, die verschiedene Geschmacksprofile von nussig über schokoladig bis hin zu beerenartig hervorbringen.

Patrick
Ich lebe seit mehr als 2 Jahren auf den Philippinen und berichte regelmäßig über das Leben und schreibe Artikel rund um diesen schönen Inselstaat am Pazifik.